Papiergeschichte

Die Papierherstellung wurde erstmals im Jahr 105 n. Chr. von Tsai Lun, einem chinesischen Minister, dokumentiert.
Der Hofbeamte sollte zu den üblichen, aber teuren oder unpraktischen Schreibmaterialien aus Seide und Bambus-holz eine Alternative entwickeln.
Als neues Material wurde vermutlich die Rinde des Maulbeerbaumes verwendet, wobei das Papier auf einem Sieb aus Bambus hergestellt wurde.

Das älteste noch erhaltene Papier, wurde um 150 n. Chr. aus Hadern hergestellt.
Etwa 500 Jahre lang war die Kunst der Papierherstellung auf China beschränkt, bis sie im 7. und 8. Jahrhundert in Japan und Korea eingeführt wurde.
Berichte über die Kunst der Papierherstellung gelangten erstmals um 751 durch chinesische Kriegsgefangene in die arabische Welt.
Später führten die Mauren den Gebrauch von Papier auch in Europa ein.

Die ersten Papiermühlen in Europa:
– 1150 in Spanien
– 1276 in Italien
– 1390 in Deutschland ( Nürnberg)
– 1495 in England

In den folgenden Jahrhunderten breitete sich das Handwerk in fast
allen europäischen Ländern aus.  In Amerika war die erste Papiermühle im Jahr 1690. Die Einführung beweglicher Lettern in der Mitte des 15. Jahrhunderts erleichtere das Drucken von Büchern und förderte die Papierherstellung.

Der steigende Papierverbrauch im 17. und 18. Jahrhundert führte zu einem Mangel an Hadern, die den damaligen Papiermachern als einziger geegneter Rohstoff bekannt waren. Daher unternahm man viele Versuche, um Ersatzstoffe zu finden. Keine dieser Unternehmungen und Experimente erwies sich jedoch als wirtschaftlich. Gleichzeitig wollte man die Herstellungskosten von Papier senken. Dazu sollte eine Maschine entwickelt werden, die das Handschöpfen bei der Papierherstellung überflüssig macht. Ein erstes funktionstüchtiges Modell baute 1798 der französische Erfinder Nicholas Louis Robert.
Diese Papiermaschine wurde von den britischen Papierhändlern
und Brüdern Henry und Sealy Fourdrinier weiterentwickelt. Sie
bauten 1803 die erste der Maschinen, die man später nach ihnen
benannt hat, die „Fourdriniermaschine“.

Die Lösung des Problems, Papier aus einem billigen Rohstoff herzustellen, wurde durch die Einführung des Holzschliffverfahrens zur Pulpenherstellung im Jahr 1840 durch den Sachsen F. G. Keller gefunden. Das erste chemische Aufschlussverfahren zur Herstellung von Pulpe wurde etwa zehn Jahre später erfunden.

Ausschießen – Das Anordnen der Seiten auf einen Standbogen

Zuerst ist es einmal wichtig zu wissen, was mit Ausschießen gemeint ist. Das Ausschießen wird in der Vorstufe angewandt, dort werden dann beispielsweise die Seiten eines Buches auf einen Standbogen angeordnet, so dass nach dem Drucken, Falzen und Zusammentragen der Druckbogen, die richtige Seitenreihenfolge entsteht. Dieses sogenannte „Ausschießschema“  hängt zuerst einmal von der Seitenzahl des Buches, der Zahl der Seiten, die auf einen Druckbogen passen und dem Falzschema ab. Wichtig ist dabei, dass man möglichst viele Seiten auf einen Druckbogen bekommt, damit der Platz auf jedem Bogen effektiv genutzt wird.
Zusätzlich werden in diesem Arbeitsschritt noch wichtige Elemente wie Schnittmarken, Passkreuze und Falzkreuze auf den Standbogen angeordnet. Diese Faktoren sind bei der Weiterverarbeitung nach dem Buchdruck und zur Qualitätsprüfung wichtig.
Das Ausschießen wird digital mit einer Software vorgenommen und anschließend die Anordnung der Seiten samt aller Markierungen für jeden Bogen in einem PDF-Dokument gespeichert.

Reihenfolge beim Ausschießvorgang:
– Erstellen eines Falzmusters

– Erstellen eines Ausschießschemas mit dem Falzmuster als Grundlage
– Erstellen eines Einteilungsbogens

Der Einteilungsbogen:
Der Einteilungsbogen ist die Vorlage für die genaue Platzierung von Texten und Bildern bei der Montage. Er enthält Angaben für Druck und Weiterverarbeitung.
Der Einteilungsbogen beeinhaltet:
– Bogenformat, Nutenformat
– Druckbeginn
– Greifrand, Beschnitt
– Schneidemarken, Falzmarken, Passkreuze, Flattermarken
– Satzspiegel
– Seitenzahl
– Druckkontrollstreifen, Anlagezeichen

Dazu sind auch noch Formatstege (Mittelsteg, Kreuzsteg, Bundsteg, Kopfsteg) eingeteilt, die die Leerräume zwischen den Seiten festlegen. Aber auch Stege für die Seitenformate liegen fest, diese Formate umfassen den Satzspiegel sowie, Kopfsteg, Außensteg, Fußsteg und Bundsteg.

Erstellen des Einteilungsbogens vor der Digitialisierung:
Es werden für jeden beiseitig bedruckten Bogen zwei Einteilungsbogen gezeichnet und auf dem Leuchttisch befestigt.
Zuerst wird der Einteilungsbogen für die Schöndruckseite erstellt. Die Seiten werden hier als Umriss eingezeichnet. Beim Tiefdruck und Offsetdruck müssen sie spiegelverkehrt eingezeichnet werden.
Jetzt wo die Position und die Lage der Seiten auf der Schöndruckseite klar ist, wird der Einteilungsbogen für die Widerdruckseite erstellt. Hierbei ist die Wendeart zu berücksichtigen.

Wendearten:
Umschlagen: Vorderanlage oder- marke bleibt, Seitenanlage oder -marke wechselt. Der Bogen muss an zwei Seiten beschnitten werden, damit die Rechtwinkligkeit gegeben ist.

Umstülpen: Vorderanlage wechselt, Seitenanlage bleibt. Der Bogen muss an drei Seiten beschnitten werden, damit die Rechtwinkligkeit gegeben ist.

Umdrehen: Vorderanlage und Seitenanlage wechselt. Der Bogen muss an allen Seiten beschnitten werden, damit die Rechtwinkligkeit gegeben ist.

Falzmuster: Ein Falzmuster wird meist zur Kontrolle verwendet. Häufig wird es auch dazu verwendet, um sich ein erstes Bild zu verschaffen, wenn extern ausgeschossen wird. Wichtig ist, dass unten rechts die Seiten offen sind.