Das druckt die Bahn

27. Mai 2015 | Von | Kategorie: druckerNEWS

So viel Druck braucht die Deutsche Bahn

Bahn frei für den Digitaldruck

 

Wie kommuniziert eigentlich ein Großkonzern mit seinen Kunden und welche Rolle spielt dabei der Digitaldruck? Carola Lammich, Leiterin des strategischen Einkaufs für Druckdienstleistungen bei der Deutschen Bahn hat auf dem Digitaldruck-Kongress in Düsseldorf einen Einblick gegeben, wie das Verkehrsunternehmen mit dem Thema Druck umgeht. Das nämlich setzt auf einen Mix aus externer Beschaffung und eigener Produktion.

Fahrpläne, Kundenmagazin, Plakate, Formulare und natürlich Fahrscheine: Wer regelmäßig mit der Bahn fährt, hat längst gemerkt, dass der Großkonzern trotz elektronischer Anzeigetafeln und digitaler Buchungsservices längst nicht ohne Druckprodukte auskommt.

Rund 25 Mio. Euro beträgt das jährliche Einkaufsvolumen der Deutschen Bahn allein im Bereich Druck, wie Carola Lammich, Leiterin des strategischen Einkaufs für Druckdienstleistungen bei der Deutschen Bahn, beim Digitaldruck-Kongress in Düsseldorf erklärte: „Die Dinge, die wir benötigen, sind sehr vielfältig. 18 Prozent unseres Einkaufsvolumens sind klassische Werbedrucksachen, Flyer, Folder, Poster – eben die landläufigen Werbemittel. Weitere 20 Prozent sind Fahrplanmedien; die Aushangfahrpläne, die gelben und weißen Abfahrts- und Ankunftszeittafeln, die mindestens zwei Mal im Jahr ausgetauscht werden. Formulare und Geschäftsdrucksachen, beispielsweise auch der Geschäftsbericht, kommen auf fünf Prozent. Aber den größten Anteil am Einkaufsvolumen hat bei uns der Ticketdruck, also die Fahrscheine. Natürlich setzen wir auch in zunehmendem Maße die digitalen Medien ein, die Handy-Tickets die Onlinetickets; die fressen natürlich Druckvolumen. Aber wir haben auch immer noch Schaltertickets und Automatenfahrscheine. Da diese Geld wert sind, handelt es sich hierbei um Sicherheitsdruckstücke, die einen entsprechenden Aufwand erfordern und deswegen auch einen solch hohen Anteil am Einkaufsvolumen haben.“

Auch grafische Papiere und die Druckweiterverarbeitung sind im Einkaufsvolumen mit jeweils 15 beziehungsweise 18 Prozent aufgeführt, da die Deutsche Bahn beim Thema Druckprodukte nicht ausschließlich auf externe Dienstleister setzt, sondern auch eigene Druckstandorte betreibt. Und die wollen schließlich ebenfalls mit dem benötigten Material versorgt sein.

Externe vs. Eigenproduktion

Die Deutsche Bahn verfügt über eine eigene, rund 60 Mitarbeiter große Bogenoffsetdruckerei, mit der bereits ein kleiner Teil des gesamten Print-Bedarfs abgedeckt werden kann. An weiteren 14 Standorten in Deutschland, die früher klassische Offsetdruckereien waren, produziert das Unternehmen heute ausschließlich im Digitaldruck. Der Anteil des Digitaldrucks in der Eigenfertigung beläuft sich auf 65 Prozent, 35 Prozent sind Offsetdruckproduktionen. Bei der externen Beschaffung ist das Verhältnis umgekehrt. Während hier mit 85 Prozent der Fokus auf dem klassischen Offset, und hier vor allem auf dem Rollenoffsetdruck liegt, machen Digitaldruckleistungen gerade einmal 15 Prozent aus. Und dieser Anteil könnte noch weiter schrumpfen, denn „die Tendenz im Digitaldruck geht ganz klar in Richtung Insourcing“, wie Carola Lammich erklärt. Gerade erst habe der Konzern in digitale Drucktechnologien investiert und auch für nächstes Jahr stünden weitere Investitionen an.

bahn

Die Deutsche Bahn produziert an ihren Digitaldruckstandorten klassische Produkte wie Mailings (z.B. für die Bahncard-Kunden), Visitenkarten oder Werbedrucke in kleinen Auflagen. Aber auch Handouts und  Schulungsunterlagen. „Die Bahn hat sehr viele eigene Betriebe, unter anderem eine Schulungsfirma, die DB Training, die alle unsere Mitarbeiter in verschiedenen Bereichen schult, sei es im Bahnbetrieb, dem Umgang mit Stellwerken oder kaufmännische Themen, Abrechnungsthemen, SAP-Schulungen. Dafür werden Schulungsunterlagen benötigt, die bei uns im Digitaldruck entstehen“, so Lammich weiter. Zudem seien personalisierte und nicht-personalisierte Notizbücher gerade der Renner: „250 Stück, 500 Stück, 1000 Stück – es kommen ständig Anfragen rein, aber dann bitte mit Prägung und individualisiert. Das ist gerade ein ganz großes Thema bei uns.“

Digital ge- bzw. bedruckt werden zudem Werbeaktionen, Gutscheine und – unter anderem für alle Bahncard-Besitzer – auch Plastikkarten. „Das ist Massenpersonalisierung“, so Lammich, „das betrifft auch die Fahrkarten von Verkehrsverbünden, die zum Großteil über uns beschafft werden.“ Was derzeit allerdings besonders nachgefragt sei, ist das Thema Large-Format-Printing für Poster, Plakate, Pläne, Fahrpläne oder für Banner in der Außenwerbung. „Und nicht zu vergessen Fahrzeugverklebungen“, führt Carola Lammich fort, „auch Loks und Fahrzeuge werden beklebt und die Klebefolien dafür entstehen logischerweise im Digitaldruck.

 

Quelle: http://www.print.de/Markt-Technik/Maerkte/So-viel-Druck-braucht-die-Deutsche-Bahn_7816

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