Der Unterschied zwischen Rillen und Nuten

19. Mai 2014 | Von | Kategorie: Weiterverarbeitung

Bei Druckprodukten wie Klappkarten, Faltflyern oder Broschürenumschlägen empfiehlt es sich ab einer Grammatur von 250 g/m² in der Faltkante eine Rillung vorzunehmen. Aber was genau bedeutet eigentlich Rillen und worin besteht der Unterschied zum Nuten? Hier erfahrt ihr es!

Wozu dient das Rillen und Nuten?

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Während des Falzvorgangs kann es bei höheren Papiergrammaturen passieren, dass die Papierfasern am Falz (Faltkante) brechen. Da nach dem Druckvorgang gefaltet wird, kann Farbe, die sich bereits auf dem Papier befindet beschädigt werden und aufplatzen. Um dies zu vermeiden, wird ab einer Grammatur von 250 g/m² aufwärts vor dem Falzvorgang das Rillen oder Nuten des jeweiligen Druckproduktes empfohlen. Beide Verfahren schwächen das Material am Bruch und ermöglichen dadurch ein verbessertes Falzbild. Die Umsetzung unterscheidet sich beim Rillen und Nuten jedoch grundlegend.

Das Rillen

In der Papierverarbeitung wird unter dem Begriff Rillen ein umformendes Verfahren verstanden. Um einen Papierbogen besser falten zu können, wird das Papier am Falz vorher mittels einer sogenannten Rilllinie geschwächt. Das Material wird hierbei geschwächt bzw. verdpnnt. Dabei entsteht eine linienförmige Vertiefung, die auf der Gegenseite als wulstartige Erhöhung in Erscheinung tritt.

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Das Nuten

Nuten beschreibt in der Papierverarbeitung ein zerspanendes Verfahren. Es wird vom Nuten gesprochen, wenn (ähnlich wie beim Tischler) ein Materialspan mittels eines Zerspanungswerkzeuges aus dem Papier ausgehoben wird. Das Material wird hier minimal abgetragen. Dies ermöglicht bzw. erleichtert das Umlegen und Falten des Papierbogens. Aufgrund der Materialminderung ist dieses Verfahren erst bei sehr hohen Grammaturen wie denen in der Kartonagenherstellung sinnvoll und möglich. So wird beispielsweise bei Kartons entlang einer Linie ein Teil der Substanz herausgehoben, damit das unflexible Material knickbar wird.

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Für Druckprodukte empfiehlt sich somit nur die Anwendung einer Rillung, da beim Nuten neben dem Material auch die Druckoberfläche abgetragen wird.

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Neben einem optisch schöneren Ergebnis bei Endprodukten mit höherer Papierstärke wie Grußkarten, Falzflyer oder Broschüren mit Klebebindung, hat das Vordefinieren der späteren Falzstelle, auch für den Vorgang des Faltens selbst Vorteile. Da der Papierbogen beim Falzen den Weg des geringsten Widerstandes wählen wird, erhöht sich durch das gezielte Schwächen des Materials an einer bestimmten Stelle die Sicherheit, dass der Falz auch genau an dieser entsteht.

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