Druckweiterverarbeitung (Einführung)

18. März 2014 | Von | Kategorie: Druckveredelung, Weiterverarbeitung

Die Druckweiterverarbeitung beginnt schon weit vor der Erfindung des Druckens.

Lange vor Gutenberg wurden Bücher gebunden, Buchseiten veredelt, Bucheinbände künstlerisch geschmückt, von Hand gefalzt, usw…

Lange galt die „Buchbinderei“ als reines Handwerk. Dies wandelte sich in den letzten Jahrzehnten zusehends in einen hochspezialisierten Industriezweig.

Heftlade

Was wird Verarbeitet:

 

 

Viele Verarbeitungsschritte geschehen schon in der Druckmaschine (Online):

 

Arbeitsablauf …
… am Beispiel eines Falzprospektes
Beim Falzprospekt fallen deutlich weniger Arbeitsschritte in der Weiterverarbeitung an, als bei anderen Finishing-Produkten. Die Verarbeitung besteht im Wesentlichen aus Zusammentragen, Schneiden, Falzen und Einstecken.
In besonderen Fällen werden vielleicht noch Antwortkarten eingesteckt oder appliziert. Schritte wie Heften oder Binden entfallen jedoch.

Arbeitsablauf …
… am Beispiel einer Broschur
Eine Broschur besteht aus einem oder mehreren aufschlagbaren Druckbogen, die miteinander durch Bindung oder Heftung verbunden und mit einem Umschlag versehen sind. Im gegensatz zu Büchern besitzen Broschuren jedoch keine harte Buchdecke (Cover). Broschuren unterschieden sich zudem von Falzprospekten und Zeitungen, da diese nicht geheftet oder gebunden sind.
Die Abfolge der Verarbeitungsschritte ist immer die gleiche, die Details können sich aber, prozessbedingt, stark unterscheiden.

Arbeitsablauf …
… am Beispiel eines Buches
Das klassische Buch besteht aus einem Buchblock und der Buchdecke, einem festen Einband, der dreiseitig über dem Buchblock befestigt ist.
Ausgangsprodukt der Buchherstellung ist der Buchblock, der zuvor aus den Druckbogen mittels Falzung, sowie Klebebindung oder Fadenheftung hergestellt wurde. Dabei wurden bereits die sogenannten Vorsätze angebracht. Das sind meist gefalzte Bogen, die an das erste Blatt des Titelbogens und das letzte Blatt des Endbogens geklebt werden. Die Vorsätze stellen das Bindeglied zwischen Buchblock und Buchdecke dar.
Der Buchblock wird dann am Rücken gepresst und gerundet. Anschließend erfolgt die Leimung, in manchen Fällen auch die Begazung, d.h. am Buchrücken wird ein Gazematerial (Fälzel) aufgebracht, insbesondere, wenn der Buchrücken nicht mit dem Umschlag verklebt werden soll.
Hochwertige Bücher erhalten zudem eine sogenannte „Kapitale”, einen Textilstreifen, der aus optischen Gründen am oberen und unteren Ende des Buchrückens angebracht wird.
Im nächsten Schritt werden Buchblock und Buchdecke zusammengeführt. Dieses Verbinden bezeichnet man als „Einhängen”. Die Buchdecke wird dabei unter hohem Druck gegen die Vorsätze gepreßt und mit ihnen vollflächig verleimt.
Der nächste Schritt besteht aus dem Einbrennen des Falzes. Dieser Falz wirkt wie ein Scharnier und wird entlang der inneren Kante der Buchdecke angebracht. Das Buch läßt sich dadurch leichter öffnen. Das Falzeinbrennen erfolgt ebenfalls durch Druck und Hitze.
Abschließend werden die meisten Büchern mit einem Schutzumschlag versehen. Das ist meist ein farbiger Druckbogen, der lackiert sein kann und entsprechend der Buchform zugeschnitten wurde.
Heutzutage ist der Einband nicht nur ein Schutz des Buches, sondern auch ein wichtiges Informationsund Werbemittel. Im letzten Schritt werden die fertigen Bücher gestapelt, verpackt und für den Versand bereit gestellt.

 

Und hier findet Ihr ein nettes PDF der Fa. Canon mit einem guten Überblick über die verschiedene Druckverarbeitungsmöglichkeiten (56 Seiten)

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