CT-Plate (Offsetdruck)

18. März 2014 | Von | Kategorie: Druckvorstufe

CTP ist ein übergeordneter Begriff für zahlreiche unterschiedliche Bebilderungsverfahren von Offsetdruck-Platten. Die CTP-Rekorder unterscheiden sich entsprechend ihrer Bauweise in Innentrommel, Außentrommel oder Flachbett-Belichter und hinsichtlich der verwendeten Lichtquellen, in violette und thermische Laser– und UV-Lichtquellen, sowie der Plattenbeschichtung und der Entwicklung der belichteten Platte. Die meisten Laserlichtquellen liegen im Bereich des sichtbaren Lichts. Das bedeutet für das jeweilige Plattenmaterial, dass dessen Verarbeitung unter komplementärem Licht geschieht. Am angenehmsten dürfte die Verarbeitung von Thermoplatten bei Tageslicht sein, sowie die Erstellung von Violett-Platten unter gelbem Sicherheitslicht.

Laserbelichtung mit sichtbarem Licht

Die Technik der Laserbelichtung mit Laserdioden hat sich inzwischen durchgesetzt. Diese verwendet entweder Rotlichtdioden im Spektralbereich von 633 bis 670 nm bei kleinformatigen Flachbettscannern oder Violettdioden im Bereich von 400 bis 410 nm, die zumeist in CTP-Belichtern mit Innentrommeln eingesetzt werden. Die Fotopolymer- und Silberhalogenidplatten werden unter Vakuum fixiert und mit einem Einzelstrahl über ein sehr schnell rotierendes Polygon belichtet. Die Kosten für einen CTP-Belichter mit preiswerten Violettdioden sind im Verhältnis zu anderen Belichtern relativ niedrig, ein Grund, weshalb sich CTP-Belichter mit Violettdioden immer stärker am Markt behaupten.

Thermische Bebilderung

Am verbreitetsten sind inzwischen die Infrarotdioden für Thermoplatten. Bei der thermischen Bebilderung von Druckplatten wird eine physikalische Veränderung von speziellen Thermoplatten erzeugt. Dabei lösen sich polymere Bestandteile der Beschichtung und werden in einem nachfolgenden Entwicklungsprozess ausgewaschen. Bei Thermal-CTP-Belichtern wird die digitale Thermalplatte auf eine sich drehende Außentrommel aufgespannt. Belichtet wird mit mehrstrahligen Laserdioden im Spektralbereich von 830 nm. Durch aufwändigere Bauweise der Außentrommelbelichter sind diese teurer als Innentrommelbelichter. Das Verfahren bietet allerdings eine hohe Prozessstabilität bei Belichtung und Entwicklung. Am Markt durchgesetzt haben sich dennoch Thermal-CTP-Belichter in Außentrommelbauweise, die heute einen Marktanteil von über 60 Prozent besitzen.

CTP-Druckplatten

Bei Belichtern mit Violettdioden werden lichtempfindliche Platten auf Silberhalogenid- oder Fotopolymerbasis eingesetzt. Beide haben sich bei Belichtungssystemen bewährt, die mit sichtbarem Licht zwischen 488 nm und 670 nm arbeiten. Silberhalogenidplatten weisen eine hohe Auflösungsfähigkeit auf und ermöglichen Auflagen bis maximal 350.000 Drucke. Ein zusätzliches Einbrennen zur Steigerung der Auflagenhöhe ist allerdings nicht möglich. Fotopolymerplatten besitzen eine hohe Prozessstabilität und garantieren eine Auflagenhöhe von 200.000 Drucken. Zur Erhöhung der Auflage bis zu einer Million Drucke und der Nutzung von UV-Farben ist Einbrennen erforderlich. Die Bebilderung der Silberhalogenid-Platten erfolgt in positiver Arbeitsweise, indem die nichtdruckenden Bildpartien bebildert werden, während die Fotopolymer-Platten negativ arbeiten, also eine Bebilderung der druckenden Bildteile stattfindet.

Thermaldruckplatten werden je nach Typ ebenfalls nach negativer oder positiver Arbeitsweise unterschieden. Beim negativen Prozess erfolgt eine Vernetzung der Polymere in den druckenden Bildpartien, die durch die hohe Energie des Laserstrahls erzeugt wird. Eine anschließende Erwärmung der gesamten Platte verstärkt die Primärvernetzung, bevor die nichtvernetzten Polymere im Entwicklungsprozess gelöst und das Aluminium an den nichtdruckenden Stellen freigelegt wird. Bei der positiven Arbeitsweise findet durch die hohe Energie des Laserstrahls eine Zerstörung der vernetzten Polymere in den nichtdruckenden Bildpartien statt, die in einem alkalischen Entwicklungsprozess entfernt werden. Hierbei entfällt die zusätzliche Erwärmung der Platte. Durch Einbrennen der fertig bebilderten und entwickelten Platte ist sie für hohe Auflagen von einer Million Drucke und mehr geeignet. Thermaldruckplatten werden bevorzugt im Zeitungsdruck eingesetzt.

Die neueste Druckplattengeneration, die umweltfreundlichen Ablationsplatten, benötigen keine Entwicklungsmaschinen mehr. Hier wird zwischen chemie- und prozessfreien Platten unterschieden. Bei den chemiefreien Platten wird die belichtete Schicht direkt beim Belichten abgesaugt, den minimalen restlichen Feinstaub entfernt das Feuchtwerk in der Druckmaschine von der Platte. Die prozessfreien Platten kommen ohne Nacharbeitung vom CTP-System in die Druckmaschine und werden dort beim Anlauf der Maschine entschichtet. Allgemein benötigen die Ablationsplatten eine höhere Energie oder längere Belichtungszeit bei der Bebilderung. Die Ablationsplatten brauchen weniger Feuchtung und sind schneller im Farb-Wasser-Gleichgewicht. Sie haben die gleiche Auflösung und Auflagenstabilität, ein etwas schnelleres Freilaufverhalten als normale Druckplatten, sind jedoch etwas empfindlicher in der Behandlung.

Quelle: Wikipedia

 

KURZFASSUNG:

Unterscheide Außen-/Innentrommelbelichter
Außentrommelbelichter: Hier wird der Film oder die Druckplatte auf eine Trommel aufgespannt. Während der Belichtung dreht sich die Trommel und die Belichtungseinheit bewegt sich horizontal außen an der Trommel entlang.
Innentrommelbelichter: Hier wird das Material im Inneren der Trommel aufgespannt. Die Belichtung erfolgt horizontal durch einen rotierenden Spiegel, der den Strahl auf die Platte leitet.

Welche (Laser-)Technologien werden für die Bebilderung von Druckplatten verwendet?
Violett (schnell, niedrigere Qualität) und Thermal (langsam, aber hohe Qualität)

 

 Ausführlicher (Heidelberger Druckmaschinen):

Die modernere Form der Plattenherstellung ist die digitale Belichtung in einem „Computer-to-Plate“ Belichter. Dabei erfolgt eine selektive Belichtung der Platte meist durch einen oder mehrere Laserstrahlen, die über die Platte abgelenkt und entsprechend ein- und ausgeschaltet werden. Drei Verfahren sind zu unterscheiden: das Außentrommelverfahren, das Innentrommelverfahren und das Flachbettverfahren.

Die überwiegende Menge aller Druckvorlagen wird heute mit Plattenbelichtern (Computer to Plate) erstellt.

Für die Konstruktion von CtP-Belichtern haben sich zwei Prinzipien durchgesetzt:

  • Außentrommelbelichter
  • Innentrommelbelichter

Alle Laserbelichter funktionieren nach dem Prinzip, dass ein oder mehrere Laserstrahlen parallel zeilenweise Bildinformation auf fotosensitives Material ‚schreiben‘.
An den Stellen, an denen die Druckplatte belichtet werden soll, wird der Laserstrahl eingeschaltet, sonst bleibt er ausgeschaltet. Das Schalten des Laserstrahls erfolgt digital in einem festen Taktraster.
Die einzelnen Laserpunkte, die geschaltet werden können, nennt man Pixel, abgeleitet von Picture Element.
Jeder Rasterpunkt wird aus einer bestimmten Anzahl Belichterpixel aufgebaut. Auf diese Weise wird ein Raster in die Pixelmatrix des Belichters hineinkonstruiert.
In der Praxis liegen sowohl der Abstand der Linien als auch der Pixeltakt typischerweise zwischen 7,5 und 20 μ.
Im Gegensatz zum Elektronenstrahl in der Fernsehröhre können Laserstrahlen nicht durch elektromagnetische
Felder abgelenkt werden. Licht kann über größere Strecken nur mechanisch abgelenkt werden. Dazu kommt, dass die Ablenkung in zwei Richtungen erfolgen muss: schnell in Richtung der Laserlinie und relativ langsam von Laserlinie zu Laserlinie.
In Publikationen werden statt ‚Laserlinie‘ oft auch die Begriffe Bildlinie, Scan oder Fast Scan benutzt. Die Richtung senkrecht dazu ist der Vorschub oder Slow Scan.
Die unterschiedlichen Belichter typen unterscheiden sich hauptsächlich durch das Prinzip zur Erzeugung von Bild linien und Vorschub.

6.1 Außentrommelbelichter

Außentrommelbelichter haben sich in der Reprobranche über Jahre für qualitativ hochwertige Filmarbeiten bewährt. Dieses Prinzip hat sich auch für die Belichtung von Druckplatten etabliert. Beim Außentrommelbelichter
wird die zu belichtende Druckplatte außen auf eine Trommel aufgespannt.


An der rotierenden Trommel entlang wird mit einem Laserkopf (siehe Abbildung) belichtet, der seinerseits durch
eine Spindel sehr präzise an der Trommel entlang bewegt wird. Durch Rotation der Trommel werden die Bildlinien geschrieben. Die langsame Bewegung des Laserkopfes bewirkt den Vorschub.
Wegen der relativ großen bewegten Massen und der Unwucht, die ein auf die Trommel gespanntes Material erzeugt, erfordert diese Konstruktionsart eine sehr stabile Bauweise. Aufwendig ist die Fixierung des Materials auf
der Trommel. Damit die Fliehkräfte und die Unwucht nicht zu groß werden, sind nur vergleichsweise geringe Drehzahlen möglich. Um akzeptable Belichtungszeiten zu erreichen, wird deshalb mit mehreren Laserstrahlen gleichzeitig belichtet. Diese Strahlen können so angeordnet sein, dass gleichzeitig unterschiedliche Bereiche auf der
Trommel belichtet werden oder dass eine ‚Lichtharke‘ direkt nebeneinander liegende Bildlinien belichtet.
Das Prinzip der Lichtharke ist weit verbreitet. Zur Erzeugung der parallelen Laserstrahlen gibt es eine Reihe unter –
schiedlicher Konstruktionen. Gängig ist die Aufspaltung eines einzigen Laserstrahls in eine ‚Licht harke‘ aus parallelen Lichtstrahlen, die einzeln moduliert werden. Dazu wurde ein akusto-optischer Modulator (AOM)
benutzt. Laser, Strahlaufspaltung und AOM sind hier in einem sogenannten Laserkopf untergebracht.
Heutzutage wird eine Laserdiodenzeile eingesetzt oder eine Zeile aus Modulatoren, die durch Laserdioden beleuchtet werden. Diese Bauart erlaubt sehr kurze optische Wege. Es lassen sich besonders einfach hohe Lichtleistungen erzeugen.
Damit lassen sich auch die von der Branche bevorzugten thermischen Druckplatten belichten. Um die Belichtungsgeschwindigkeit weiter zu erhöhen, können auch mehrere Optikköpfe nebeneinander eine Druckplatte belichten.

Unabhängig von der Konstruktion des Laserkopfes gibt es zwei Eigenschaften, die Einfluss auf die Rasterqualität haben können:

  1. Die einzelnen Strahlen einer Lichtharke müssen auf gleiche Lichtstärke abgeglichen sein.
  2. Der Abstand zwischen ihnen muss exakt gleich sein.

Bei fehlerhaften Einstellungen bewirken beide Effekte periodische ‚Lichtharkenstreifen‘, die mit dem Raster interferieren können. Diese Interferenzen können durch die Rasterung berücksichtigt und minimiert werden.
Der Plattenbelichter Suprasetter® von Heidelberg ist ein Außentrommelbelichter mit einer Laserdiodenzeile.

 

6.2 Innentrommelbelichter

Bei Innentrommelbelichtern wird das zu belichtende Material im Inneren eines teilweise offenen Hohlzylinders
festgehalten. Der Laser und eine Ablenk einheit werden exakt im Zentrum entlanggeführt. Durch ein schnell
rotierendes Prisma wird der Laserstrahl abgelenkt und somit eine Bildlinie geschrieben. Sowohl die Bildlinien als
auch der Vorschub erfolgen durch Bewegung im optischen System. Das Material wird während der Belichtung
nicht bewegt.


Die rotierende Ablenkeinheit ist ein relativ kleines Teil und kann sehr schnell drehen. Deshalb kann schon mit einem einzigen Laserstrahl sehr schnell produziert werden. Die Optik ist insgesamt deutlich einfacher zu realisieren.
Die optischen Wege sind zwar deutlich länger als bei Außentrommelbelichtern, aber insgesamt ist der Aufwand zur
Schwingungsdämpfung geringer, da die bewegte Masse deutlich kleiner ist.
Dieser Belichtertyp erlaubt Spitzenqualität bei sehr hoher Geschwindigkeit und einem moderaten Preis.
Der Plattenbelichter Prosetter® von Heidelberg ist ein Innentrommelbelichter mit einem UV-Laser.

Quelle: Heidelberger Druckmaschinen

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