Zeitungsdruck – Ein anderes Wort für Vielfalt

28. August 2013 | Von | Kategorie: druckerNEWS, Druckverfahren, ohne Kategorie

Um die aktuelle Situation im Zeitungsdruck zu verstehen, lohnt ein Blick auf die Entwicklung in den Verlagen.

In der Periode nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute waren es verschiedene, teils schmerzhafte Umbrüche, die zum Zeitungsdruck führten, den wir derzeit kennen. Zeitungsdruck steht für Innovation und für Wandel. Für den Fortschritt in den Technologien nicht weniger. Gleichzeitig ist es eine Geschichte von Werden und Vergehen. Lassen Sie sich mitnehmen auf eine spannende Reise in die Welt mächtiger Verlage, großer Druckereien und beeindruckender Druckmaschinen im Zeitungsdruck.

Informationen ohne Einschränkung dank Zeitungsdruck

Nach dem Ende des Krieges blühte die freie Meinungsäußerung endlich wieder auf. Die Einwohner Deutschlands dürsteten nach unmanipulierten Informationen aus aller Welt und die Zeitungen verschafften sie ihnen. Neue Verlage entstanden in großer Zahl und versorgten die Einwohner zwei- bis dreimal täglich mit den neuesten Nachrichten. Gute Zeiten für den Zeitungsdruck. Immer höhere Auflagen wurden verkauft: Die Morgenzeitung, der Mittagskurier und das Abendblatt gehörten zum Standard eines jeden Bürgers.

Einkommensschranken existierten in der Welt der Informationsbeschaffung nicht. Dieser Trend hielt lange Zeit an. Die Produkte aus dem Zeitungsdruck waren die wichtigsten Informationsmedien in Deutschland. Erst mit dem Fortgang des wirtschaftlichen Aufschwungs und der damit verbunden flächendeckenden Stromversorgung sowie dem Vorherrschen alternativer Nachrichtendienste in Funk und Fernsehen änderte sich die Vorzeichen. Jetzt boomte der Zeitungsdruck noch.

Köpcke und die Tagesschau

Wohl der bekannteste Vermittler aktueller Neuigkeiten war der angesehene Tagesschausprecher Karl Heinz Köpcke. Mit ihm kamen die Nachrichten bebildert und bewegt in jeden Haushalt. Anrufe nach 20.00 Uhr – dem Beginn der Tagesschau – galten als verpönt und die Bevölkerung begann, sich in großer Zahl des neuen Mediums Fernsehen für die Versorgung mit aktuellen Neuigkeiten zu bedienen. Von dieser Entwicklung blieb der Zeitungsdruck dennoch quasi unberührt. An die Stelle der Tageszeitung traten nun vermehrt Magazine. Mit bunten Bildern und tiefer gehenden Artikeln sicherten Sie die Auftragslage im Zeitungsdruck.

Daran konnten auch die längeren Intervalle zwischen den Erscheinungsdaten wenig ändern. Man las die Tageszeitung täglich und freute sich auf das sein bevorzugtes Magazin. Dennoch erforderte dies bereits Veränderungen im Zeitungsdruck: Statt ausschließlich Schwarz-Weiß zu drucken, begegnete der Zeitungsdruck vermehrt der Anforderung, bunte Bilder zu liefern und die Verlage gingen dazu über, eigene Druckereien ins Leben zu rufen. Um der veränderten Nachfrage gerecht zu werden, waren neue Druckverfahren im Zeitungsdruck gefragt: An die Stelle des Hochdrucks trat immer mehr der Offset-Druck. Eine Entwicklung, die sich Jahre später als Zukunftschance für den Zeitungsdruck erweisen wird.

Die Krise im Zeitungsdruck beginnt

Nachdem für die Verlage und mit ihnen im Zeitungsdruck scheinbar nur eine Richtung existierte, nämlich die der Expansion, stellen sich langsam aber nicht unbemerkt Veränderungen ein: Kleine Verlage sind schon vor Jahren niedergegangen und mussten Großverlagen weichen, die den Zeitungsdruck in eigenen Anlagen erledigen. Doch auch die sind nun krisengeschüttelt: Gruner & Jahr überlebt nur knapp den Skandal um die Hitler-Tagebücher im bis dahin renommierten Magazin »Der Stern« und kämpft seitdem nicht allein um sein Ansehen.

Auch der Springer-Verlag gerät zunehmend in die Kritik, kann sich jedoch behauten: Nach wie vor entsteht der Zeitungsdruck bei Springer vornehmlich in eigenen Großdruckereien. Nicht mindern betroffen ist der Spiegel-Verlag, der mit seinem politisch ambitionierten Magazinen immer weniger Abonnenten erreicht. Darin sind sich nun alle Verlage gleich: Die Auflagen gehen zurück und im Zeitungsdruck herrscht – kurzfristig – Ratlosigkeit. Den Todesstoß scheint der Zeitungsdruck von den Neuen Medien zu erhalten, die mit dem Einzug des Internets Nachrichten zur Verfügung stellen, unmittelbar, nachdem die Ereignisse stattfinden. Wozu jetzt noch eine Zeitung lesen?

Die Situation im Zeitungsdruck heute

Im Zeitungsdruck hat man sich auf ein erweitertes Angebotsfeld verlegt. Selbstverständlich entstehen noch immer in den Unternehmen des Zeitungsdrucks Tageszeitungen und Magazine, aber auch andere Produkte werden hergestellt. Die vierfarbige Beilage kommt nun aus demselben Haus, wie die zweifarbige Zeitung. Auch Kataloge laufen hier von der Maschine, kurz alles, was in hohen Auflagen und im Rollenoffset zu produzieren ist. Auf seine Art trug sogar der Mauerfall zu der Entwicklung bei: Wer konnte, verlegte den Sitz in die neue Hauptstadt.

Bei der Gelegenheit und unter Einsatz enormen Kapitals entstanden hier Großdruckereien, die nicht allein für den Zeitungsdruck ausgerichtet waren, sondern dank verbesserter Technologien in der Lage sind, einen schnellen Wechsel der Druckform zu ermöglichen. Computer to press heißt das Zauberwort. Anstatt wie im Hochdruck eine kostenintensive Druckform herzustellen, die nur unter Einsatz schweren Geräts zu wechseln war, geht die Datei nun direkt auf die Druckform. Damit herrscht im Zeitungsdruck die erforderliche Flexibilität, die es ermöglicht, den veränderten Anforderungen gerecht zu werden und das eigene Überleben zu sichern.

 

Was kann der Zeitungsdruck leisten und wo liegen die Grenzen?

Der Zeitungsdruck bietet heute praktisch jedes Druckprodukt an, das die Massen erreichen soll. Neben Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen können Sie hier zum Beispiel Ihre Prospekte beauftragen. Nur viele sollten es sein. Angebote von Unternehmen im Zeitungsdruck beginnen meist bei 10.000 Stück.

Hohe Auflagen und schneller Druck sind nach wie vor Alleinstellungsmerkmale im Zeitungsdruck. Daneben bieten viele Unternehmen jetzt auch Produkte aus Segmenten an, die ursprünglich anderen Druckereibetrieben zugeordnet waren: Postkarten entstehen hier, manche Unternehmen bieten Etiketten an, versorgen die Gastronomie mit Zubehör aus Papier und drucken Einleger für CDs und DVD, wenn sie nicht sogar die Rohlinge selbst bedrucken. Zeitungsdruck kennt keine Grenzen und alles ist machbar.

Versuch eines Resümees

Wie eingangs angekündigt, liefert der Zeitungsdruck einige aufregende Geschichten. In ihm spiegelt sich das Wiedererwachen einer ganzen Nation, auch wenn es eine große Zahl an »Opfern« zu beklagen gibt. Gleichzeitig ist der Zeitungsdruck ein potenter Vertreter für technologische Entwicklungsmöglichkeiten und beweist den Willen, zu überleben. Der Zeitungsdruck wie wir ihn heute kennen begann mit Dampf betriebenen Druckmaschinen, auf denen die angesehene Londoner »Times« entstand. Dann folgten Maschinen mit Rotationsprinzip für den Zeitungsdruck. Bis hin zu den heute immer weiter verbreiteten digitalen Druckmaschinen war es ein langer Weg, dessen Ende nicht abzusehen ist. Es ist dem Informationshunger der Menschen und der Risikobereitschaft der Zeitungsdruckereien zu verdanken, dass wir auch in Zukunft auf neue Entwicklungen im Zeitungsdruck vertrauen dürfen.

 

Quelle: http://www.europadruck.com/blog/zeitungsdruck/

 

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